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"Man muss im Moment leben". Den Spruch hast du bestimmt schon gehört. Vielleicht hast du auch den komischen Blick deiner Freunde, die gerade von einem Yoga-Retreat kommen und dir mit hochgezogener Augenbraue und Soja-Latte ind er Hand erklären, dass du ein bisschen mehr im Hier und Jetzt ankommen solltest. Nun, das ist alles schön und gut, aber einfacher gesagt als umgesetzt. 



Und trotzdem: Dieses „im Moment leben“-Ding ist tatsächlich ein ganz guter Ratschlag. Aber eigentlich brauchst du diese Zen-Haltung gar nicht, wenn’s um dein Geld geht. 



Was ist finanzielle Achtsamkeit?




Bei Achtsamkeit geht es darum, deinem Hirn eine Pause zu gönnen. Mit ein wenig Übung und Meditation kannst du es von unnötigen Gedanken befreien und ein erhöhtes Bewusstseinlevel erreichen. Das bringt eine ganz neue Klarheit in dein Denken und hilft dir, bessere Entscheidungen zu treffen. Außerdem gibt dir Achtsamkeit eine neue Art von Stabilität für deinen Alltag. 



Finanzielle Achtsamkeit ist eine Philosophie, bei der es sich darum dreht, wie du mit Geld umgehst. Und dabei geht es nicht nur darum, ob du dich schlecht fühlst, wenn du Geld ausgibst, sondern auch um das Gegenteil. Es geht sogar darum, zu entdecken, wie gut es sich anfühlt, Geld auszugeben. 



Zeit, deine Beziehung zum Geld zu ändern.




Viele glauben, dass Reichtum alle Probleme verschwinden lässt. Aber ob das stimmt? Tja – Tausende Filme, Romane, Biografien und Interviews mit den reichsten Menschen der Welt kommen da zu einem eindeutigen Ergebnis: Es stimmt nicht. 



Der erste Schritt zur finanziellen Achtsamkeit: Akzeptiere deine momentane Finanz-Situation so, wie sie ist. Höchstwahrscheinlich bist du nicht Millionär. Vielleicht bist du nicht wirklich wohlhabend. Aber keine Bange. Die gute Nachricht: Du bist nicht allein damit. Und kannst trotzdem finanziell achtsam leben.



Dafür must du dir zuerst einen objektiven Überblick über deine Finanzen verschaffen. Dieser Schritt ist oftmals unangenehm, aber: Die größte Quelle von Finanz-Unsicherheit en und -Ängsten ist nicht zu wissen, wo man steht. Ein solides Verständnis deiner momentanen finanziellen Situation nimmt viel von dieser Unsicherheit weg. 



Finanz-Helden zum Vorbild zu haben, ist gut – sich ständig mit anderen zu vergleichen, ist es nicht. Deine finanzielle Situation ist einzigartig. Du kannst keine Fortschritte erzielen, indem du die Ansätze anderer Menschen kopierst. Du solltest deinen eigenen Plan machen, der deiner einzigartigen Lebensrealität entspricht. 



Bei finanzieller Achtsamkeit geht es ums Gleichgewicht von Herz und Hirn




In vielerlei Hinsicht bist du, was du kaufst. Deswegen solltest du dir einmal verdeutlichen, wohin das Geld geht, das du ausgibst. Und dabei solltest du dich fragen, ob das wirklich mit deinen Werten übereinstimmt.



Bist du klimabewusst? Unterstützt deine Investition Unternehmen, die es auch sind? Tätigst du bei deinen Investitionen kleine Impulstransaktionen, die deine potenziellen Gewinne reduzieren? Ein zentraler Aspekt der finanziellen Achtsamkeit ist es, deine Ausgaben-Muster zu erkennen. Solche, die deinen Werten entsprechen oder dich besser investieren lassen, solltest du annehmen. 



Ein finanziell achtsamer Ansatz bringt dich dazu, genauer hinzuschauen: Warum geschehen bestimmte Transaktionen? Was bedeuten sie für dich? Wie fühlst du dich vor und nachdem du Geld ausgegeben hast? Wenn du nach einer Transaktion Bedauern empfindest oder dich irgendwie schuldig fühlst, ist die Chance groß, dass sie weder deinen Werten noch deinen Zielen entspricht. Oder dass du einfach unrealistisch bist, wenn du einschäzt, was du ausgeben kannst. 



Die Zeit, die du dir nimmst, um deine Ausgaben zu analysieren, wird dir schnell dabei helfen, eine Balance zu finden zwischen dem emotionalen verlangen, Geld auszugeben und dem pragmatischen Ansatz, Geld wegzusparen. Irgendwann gelangst du so an den Punkt, an dem sich die Kenntnis deiner selbst mit deinem Verhältnis zum Geld abgleicht – und zukünftige Transaktionen sind dann nicht mehr wie ein Abstecher ins Land der finanziellen Unsicherheit. 



Und was bitte ist hier anders als beim Budgetieren?




Beim Budgetieren geht es darum, zu sehen, was auf deinem Konto rauf- und runtergeht und gegebenenfalls unnötige Ausgaben wegzukürzen. Das Hauptziel der finanziellen Achtsamkeit ist es aber, Glück und Zufriedenheit mit dem, was dir im Moment zur Verfügung steht, zu steigern, anstatt einfach nur alle unnötigen Kosten wegzukürzen. 



Während einige Auslegungen des Budgetierens von dir erwarten, jahrelang spartanisch zu leben, nur damit du dich in deinem Lebensabend entspannen kannst, bedeutet finanzielle Achtsamkeit, dass du deine finanzielle Sicherheit in eine glücklichere und gesündere Lebensweise einbauen kannst. 



Du siehst: Finanzielle Achtsamkeit ist super, aber man erreicht sie nicht über Nacht. Auf der Reise dahin wird es Rückschläge und Fehlversuche geben. Aber so wie in jeder guten Beziehung wird das letztendlich die Beziehung zwischen dir und deinem Geld stärken.