Das Mining ist ein essenzieller Bestandteil der Krypto-Welt, denn ohne Mining würden weder die Blockchain-Technologie, noch Bitcoin funktionieren. Unter dem Begriff Mining stellen sich viele erstmal eine Armee blasser Krypto-Nerds vor, die tief unter der Erde mit Hammer und Meißel kleine Bitcoin-Stückchen aus dem Gestein schlagen. Glücklicherweise sieht die Realität aber ganz anders aus. 


Was also ist Bitcoin Mining? 


Kurz gesagt: Mining bezeichnet den Prozess des Hinzufügens neuer Blöcke zur Bitcoin-Blockchain, wodurch neue Bitcoin erzeugt werden. 


Etwas genauer ausgedrückt: Beim Mining lösen leistungsstarke Computer komplexe mathematische Probleme, um “Blöcke” verifizierter Bitcoin-Transaktionen zu erstellen, die dann der Blockchain hinzugefügt werden. Alle 10 Minuten werden diese neuen Blöcke der Blockchain hinzugefügt. Sobald ein Miner 1 MB Daten (das entspricht ungefähr 2.500 Bitcoin-Transaktionen) erfolgreich verifiziert und als erster das mathematische Rätsel gelöst hat, wird er mit 6,25 Bitcoin belohnt. Dieses System wird als Proof of Work (PoW) bezeichnet. 


Im Grunde handelt es sich beim Bitcoin Mining um eine Art Wettkampf. Jeder Miner möchte als Erster das komplizierte Rechenproblem knacken und mit Bitcoin für seine harte Arbeit belohnt werden. So entwickelt Mining das Bitcoin-Netzwerk stetig weiter und macht es Schritt für Schritt sicherer. Hört sich doch eigentlich nach einer absoluten Win-Win-Situation an, oder? 


Klingt toll! Kann ich auch beim Bitcoin-Mining mitmachen?


Vor dem Krypto-Hype war es tatsächlich möglich, Bitcoin entspannt von zu Hause aus zu minen. Jeder, der wollte, konnte einfach damit loslegen. Theoretisch hat sich daran auch nichts geändert. Allerdings wirst du heute wohl kaum noch viel Geld mit dem Mining verdienen können.  


Die Konkurrenz hat nämlich inzwischen so stark zugenommen, dass Miner gezwungen sind, in immer leistungsstärkere und somit teurere Computer zu investieren, um sich im Mining-Wettkampf durchzusetzen. Es ist natürlich möglich, Geräte (sogenannte Mining Rings) zu kaufen und zu Hause mit dem Minen anzufangen. Aber ohne einen Grafikprozessor (GPU) oder einen anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis (ASIC) sind deine Chancen sehr gering, Bitcoin erfolgreich zu minen. 


Ein Großteil des Minings wird inzwischen von Unternehmen durchgeführt, die Lagerhäuser voller extrem leistungsstarker Computer besitzen. Dabei übertrifft die Rechenleistung von nur einer Handvoll dieser Maschinen, die Leistung eines normalen PCs um ein Vielfaches. Professionelle Mining-Operationen werden immer komplexer und arbeiten in einem unglaublich hohem Tempo. Einzelne Miner, die versuchen, die notwendigen Transaktionen zu verifizieren und die komplizierte Rechenaufgabe zu knacken und sich gegen die Großen durchzusetzen, verlieren das Wettrennen um die begehrte Bitcoin-Belohnung in der Regel.


Aber davon lassen sich kleinere Miner nicht abschrecken. Im Gegenteil, sie schließen sich mit anderen zu sogenannten Mining-Pools zusammen. Das sind Gruppen von Krypto-Minern, die ihre Rechenleistungen kollektiv bündeln und die so erzielten Gewinne gleichmäßig untereinander aufteilen. 


Miner haben nicht nur hohe Anschaffungskosten, was ihr Equipment angeht. Besonders kostspielig sind die anfallenden Stromkosten, da der Strom beim Mining 24 Stunden am Tag fließen muss. Darüber hinaus werden große und sichere Räumlichkeiten benötigt. Durch Mining kann ein potenziell riesiger Gewinn erzielt werden, dennoch sollten die Anschaffungs- und Betriebskosten (je nach Standort) nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund zieht es viele Mining-Zusammenschlüsse in Entwicklungsländer mit gemäßigtem Klima und niedrigen Energiekosten.   


Übrigens: In einigen Ländern ist Mining illegal. Die Krypto-Industrie entwickelt sich rasend schnell und unterliegt landesspezifischen Regulationen. Während Mining in den meisten Ländern legal ist, ist es in Algerien, Ägypten, Bolivien, Marokko, Nepal und Pakistan illegal. China, die Heimat vieler großer Mining-Unternehmen, hat in den letzten Jahren mehrfach mit dem Gedanken gespielt, das Mining von Kryptowährungen zu verbieten. Bevor du also mit dem Mining beginnst, solltest du dich besser ausführlich darüber informieren, ob Mining in deinem Land legal ist. Und vergiss dabei nicht, dass sich die Gesetze schnell ändern können. 


Lohnt sich Bitcon Mining überhaupt?


Mining ist aber nicht nur eine Möglichkeit, um Bitcoin zu erhalten, ohne dafür zu bezahlen. Der Mining-Prozess spielt eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Distributed-Ledger-Technologie. Außerdem stellt er sicher, dass ein regelmäßiger Nachschub an Bitcoin in Umlauf gebracht wird, bis das Limit von 21 Millionen Token irgendwann um 2140 erreicht ist.


Durch Mining und das Proof-of-Work-System, wird das Problem des sogenannten “Double Spendings” gelöst. Zum Double Spending kommt es, wenn derselbe Währungs-Token mehr als nur einmal ausgegeben wird. Um dagegen vorzugehen werden die getätigten Transaktionen durch die PoW-Methode auf der Blockchain verifiziert, was einen Konsens über das gesamte Netzwerk hinweg erfordert. Nur so können neue Blöcke der Blockchain hinzugefügt werden. Da die Transaktionsdaten öffentlich einsehbar sind, würde es auffallen, wenn ein Token bereits ausgegebe wurde. Ein Double Spend würde dann abgelehnt werden. 


Mit jedem weiteren verifizierten Block wird das Netzwerk immer sicherer. Mehrere Millionen Nutzer tragen gemeinsam die Verantwortung für das Bitcoin-Mining. Das gesamte Netzwerk funktioniert komplett dezentral, also ohne zentrale Autorität. Es besteht im Kern aus Code und einer Community, die sowohl die Finanzwelt als auch ihre eigenen Lebensumstände verbessern wollen. 


Und wo ist der Haken beim Bitcoin Mining? 


Während Bitcoin Mining auf der einen Seite ein sehr lukratives Geschäft ist, verbraucht es auf der anderen Seite Unmengen an Energie. 


Aber die Mining-Methoden verbessern sich. Laut einer Studie von 2019 verwenden 76 % der Miner ihren Strom aus erneuerbaren Quellen. Außerdem werden die Miner kreativ und haben Möglichkeiten gefunden, die überflüssige Wärme an die Hauser in ihren Gemeinden zu übertragen. 


Übrigens: Die in der Bitcoin-Produktion verbrauchte Energie verblasst im Vergleich zu anderen Sektoren. Der Industriesektor verbraucht riesige 45 % der globalen Energie, wobei Gebäude und Transport 29 % bzw. 21 % in Anspruch nehmen. Im Vergleich dazu verbraucht Bitcoin nur 0,51 %. Vielleicht ist das der Grund, warum klimabewusste Millennial-Investoren Kryptowährungen als ihre erste Investition wählen. 


Mining ist eine wichtige Säule von Kryptowährungen. In vielerlei Hinsicht ist Mining ein Beispiel für die umfassende Motivation der gesamten Krypto-Branche als Ganzes. Krypto-Investoren nehmen ihre finanzielle Zukunft selber in die Hand und sorgen damit selbst für ihren Wohlstand. Die Krypto-Industrie wächst mittlerweile rasend schnell, wodurch das Netzwerk immer stärker und die Blockchain immer dezentraler wird. Mining zeigt auf, dass wir keine Banken oder zentralen Behörden brauchen, um ein Finanzsystem zu haben. Bitcoin macht schon heute eine bessere finanzielle Zukunft möglich.