Bitcoin ist nicht nur einfach eine digitale Währung. Bitcoin ist eine Supermacht im Kampf gegen ein Finanzsystem, das sich selbst am nächsten ist.


Bitcoin-Halvings dienen dabei nicht nur der korrekten Funktion des Bitcoin-Netzwerks, sondern sind auch ein Symbol für die Immunität der Kryptowährung gegen ausuferndes Gelddrucken und die Misswirtschaft der Mainstream-Finanzelite.


Was hat das Drucken von Geld eigentlich mit Bitcoin zu tun?


In den frühen 90er-Jahren gründete eine Gruppe von Informatikern eine Mailingliste, in der sie sich über Philosophie, Mathematik, Kryptographie und Politik austauschten. Diese Gruppe nannte sich „Cypherpunks“. Sie analysierten die jüngsten Wirtschaftskrisen und schlussfolgerten, dass man weder Regierungen noch Banken bei der Verwaltung ihres Geldes trauen konnte. Sie hatten die Idee zu einer eigenen, unabhängigen Währung für das Internet-Zeitalter.


Der Hintergrund zu dieser Idee ist die Art, wie von Regierungen und Zentralbanken mit Fiat-Währungen (also Euro, Dollar, usw.) in Krisenzeiten umgegangen wird. Und das funktioniert so: Der Wert einer Fiat-Währung wird nur durch die Existenz der Regierung, die sie ausgibt, abgesichert. Und diese Regierungen können über ihre Zentralbanken so viel von ihrer eigenen Währung drucken, wie sie wollen. In Krisenzeiten wie der aktuellen Pandemie können Regierungen also schnell reagieren: Sie drucken einfach Billionen neuer Geldnoten und erschaffen so Wert aus dem Nichts. Das hat zwar seinen kurzfristigen Nutzen und sichert erstmal Liquidität ab – aber jede neu gedruckte Geldnote mindert auch den Wert der bereits existierenden.


Inzwischen haben die Zentralbanken immer häufiger den Reflex, die Gelddruckmaschine anzuschmeißen, wenn es schwierig wird. Und das kann problematisch werden. Zur Veranschaulichung: Die US-Notenbank hat allein im Jahr 2020 über 9 Billionen Dollar an neuen Dollars gedruckt. Das ist fast ein Fünftel aller jemals gemünzten Dollars, die nur auf Knopfdruck geschaffen wurden.


Für die Cypherpunks war diese Art des Wirtschaftens unverantwortlich und eine regelrechte Beleidigung aller, die von einem Finanzsystem träumten, das der Allgemeinheit dient. Sie versuchten sich an ihren eigenen Lösungen für eine digitale Währung, die das Problem lösen würde. Aber: All ihre Versuche waren nicht wirklich ausgereift. Dann aber kam Bitcoin, ebenfalls entwickelt, um jahrzehntelangem finanziellen Missmanagement, Korruption und Regierungseinmischung entgegenzuwirken.


Bitcoin wurde im Jahr 2009 eingeführt – auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, die 2008 begann. In den Code von Bitcoin wurde eine Schlagzeile der Zeitung The Times vom 3. Januar 2009 hinterlegt: „Chancellor on brink of second bailout for banks“. Diese Zeile bezieht sich auf die Entscheidung des damaligen britischen Schatzkanzlers Alistair Darling, noch einmal genau die Banken zu retten, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt im Stich gelassen hatten und dafür die Zeche bezahlen sollten.


Der pseudonyme Satoshi Nakamoto erschuf Bitcoin mit einem regelrechten Instrument, das sich direkt gegen die Gelddruckerei des Mainstream-Finanzsystems wandte: Er schrieb den Code für Bitcoin so, dass nur 21 Millionen Bitcoin jemals existieren würden.


Und das heißt: Nachdem der letzte Bitcoin um das Jahr 2140 generiert worden sein wird, werden keine weiteren mehr geschaffen. Nakamotos Entscheidung, eine harte Obergrenze für die Gesamtzahl der Bitcoin zu schaffen, sichert Bitcoin gegen die Inflation ab, die durch das Gelddrucken entsteht. Da das Angebot an Bitcoin mit der Zeit abnimmt, wird die Nachfrage im gleichen Zeitraum steigen und der Preis wird so in die Höhe getrieben.


Ersparnisse, die in Fiat-Währungen wie Dollar und Euro gehalten werden, verlieren im Gegensatz dazu jedes Mal, wenn Geld gedruckt wird, an Wert. Alles, was es braucht, um die Fiat-Ersparnisse einer ganzen Generation auszulöschen, sind ein paar schlechte Monate und eine Handvoll unfähiger Politiker. Das kann mit Bitcoin nicht passieren.


Und das liegt unter anderem daran, dass Bitcoin frei von staatlicher Kontrolle ist. Darüber hinaus kann keine Gruppe oder Einzelperson Bitcoin jemals kontrollieren oder besitzen. Es werden keine Banken benötigt, um Transaktionen zu verifizieren. Durch Bitcoin ist ein Finanzsystem entstanden, das durch Programmcode und die Gemeinschaft, die ihn nutzt, verwaltet wird.


Bitcoin-Halvings, erklärt.


Bitcoin-Halvings sind entscheidend für Nakamotos Vision einer dezentralen, internationalen digitalen Währung. Um Halvings zu verstehen, muss man erst nachvollziehen, wie Bitcoin „gemacht“ werden. Bitcoin entstehen als Belohnung für das sogenannte „Mining“. Mining ist ein Prozess, bei dem leistungsstarke Computer komplexe mathematische Probleme knacken, um „Blöcke" von verifizierten Transaktionen zu erstellen. Die werden dann der Blockchain hinzugefügt. Eine Blockchain ist wie ein digitales Hauptbuch, das Informationen über Bitcoin-Transaktionen verfolgt und speichert.


Halvings sind vorprogrammierte Ereignisse, bei denen die Menge an Bitcoin, die für jeden neuen Block verifizierter Transaktionen als Belohnung erstellt werden, halbiert wird. Ein Halving findet alle 210.000 Blöcke statt, ungefähr alle vier Jahre.


Das letzte Halving fand am 11. Mai 2020 statt und ließ die Bitcoin-Ausbeute für jeden neuen Block von 12,5 auf 6,25 BTC schrumpfen.


Warum sind Halvings wichtig?


Bitcoin-Halvings sind essenziell für das Netzwerk, denn nur dank ihnen ist es möglich, dass der Vorrat an neu geschaffenen Bitcoin mit der Zeit abnimmt und versiegt, sobald der letzte Bitcoin geminet wurde.


Diese periodische Schrumpfung des Angebots hilft auch dabei, den Wert von Bitcoin zu steigern. Da die Menge an Bitcoin, die geminet werden kann, mit jedem Halving abnimmt, bleibt die Nachfrage nach jedem Halving entweder gleich oder steigt. Den Grundregeln von Angebot und Nachfrage folgend, treibt das dann den Preis in die Höhe.


Genau deswegen werden Bitcoin-Halvings von Minern, Händlern und Analysten gleichermaßen ungeduldig erwartet – alle wollen schließlich von den steigenden Gewinnen profitieren. Aber das könnte sich bald ändern: Viele Menschen sind sich der Halving-Verknappungsmechanik inzwischen bewusst. Der damit verbundene Preisanstieg wird von einigen als über die Zeit eingepreist betrachtet.


Nakamotos frühe E-Mails und der im Code hinterlegte Seitenhieb auf die Bankenrettung während der Krise von 2008/2009 deuten auf ein politisches Motiv für die Schaffung von Bitcoin hin.


Nakamoto selbst verschwand etwa ein Jahr nach der Erschaffung von Bitcoin von der Bildfläche. Was er zurückgelassen hat, ist zu einer bemerkenswerten Finanzbewegung geworden, die die Welt auf ihre eigene Art umgestaltet.


Während Fiat-Währungen unbegrenzt gedruckt werden können, ist die harte Deckelung von Bitcoin das Gegenmittel. Bitcoin-Halvings sind in dem Zusammenhang eine regelmäßig wiederkehrende Erinnerung daran, dass Währungen intelligenter, wertvoller und demokratischer sein können als Fiat.


Heutzutage befindet sich der tatsächliche Wert von Fiat-Währungen im freien Fall. Da auf der anderen Seite aber immer mehr Menschen die wahre Macht von Kryptowährungen erkennen, ist Bitcoin stärker als je zuvor.