Nein, Bitcoin-Forks sind kein Cyber-Besteck. Eine Bitcoin-Fork ist ein Prozess zur Aufteilung einer Blockchain.


Beim finanziellen Ökosystem Bitcoin verwaltet eine Gemeinschaft das Netzwerk. Die Gemeinschaft kommt durch Konsens zu Entscheidungen, wie das Netzwerk betrieben werden soll. Das Bemerkenswerte an Bitcoin ist, dass die Software quelloffen ist. Jeder mit den richtigen Fähigkeiten kann die Blockchain analysieren und Verbesserungen vorschlagen, um ihre Effizienz zu steigern.

Diese Dezentralisierung führt zu einer Krypto-Community, in der jeder seine eigenen Vorstellungen davon hat, wie die Dinge zu laufen haben. Das kann zu grundlegenden Meinungsverschiedenheiten führen, die wiederum manchmal dazu führen, dass Blockchains sich aufspalten – und das ist in der Welt der Kryptowährungen als Fork bekannt.

Aber Forks passieren nicht nur, wenn Leute sich streiten. Für Blockchain-Forks gibt es viele Gründe, angefangen von der Verifizierung von Transaktionen bis hin zur Lösung von Problemen beim Mining von Kryptowährungen.


Was sind Bitcoin-Forks?


Manchmal bilden sich Bitcoin-Forks während des Minings. Mining ist der Prozess, bei dem leistungsstarke Computer komplexe mathematische Probleme knacken, um "Blöcke" von verifizierten Bitcoin-Transaktionen zu erstellen. Die werden dann der Blockchain hinzugefügt. Miner werden jedes Mal mit Bitcoin-Token belohnt, wenn sie einen Block zur Blockchain hinzufügen.


Den Minern werden alle zehn Minuten neue Blöcke zur Verfügung gestellt. Normalerweise knackt nur ein Miner die Aufgaben erfolgreich und schnell genug, um den Block zu erstellen und sich so gegenüber den anderen Minern durchzusetzen. Manchmal aber schaffen das auch zwei Miner gleichzeitig. In dem Fall wird nur derjenige Block, der die längere Kette bildet, überleben. Der kürzere Block wird vom Netzwerk "verwaist" – eine Bitcoin Fork ist entstanden.


Bitcoin-Forks werden auch erzeugt, wenn ein Block eine ungültige Transaktion enthält. Der Block wird dann vom Netzwerk abgelehnt und der Miner verliert seine Bitcoin-Belohnung.


Kryptowährungen und Blockchain sind relativ neue Technologien. In weniger als einem Jahrzehnt haben sich beide von nischigen Hobbyprojekten zu epochalen Tools entwickelt. Die Anwendungsmöglichkeiten haben sich vervielfältigt und immer mehr Menschen nutzen die Technologien. Durch diese verstärkte Nutzung wird die Technologie immer öfter an ihre Grenzen gebracht und dementsprechend von der Community verbessert, um sie sicherer und effizienter zu machen. Dieses Upgraden und Verbessern der Blockchain erfordert oft Forks.


Übrigens: Forks werden in zwei Kategorien eingeteilt: Hard Forks und Soft Forks


Was sind Hard Forks?


Eine Hard Fork ist eine grundlegende Änderung eines Blockchain-Protokolls, die mit allen vorherigen Blöcken inkompatibel ist. Hard Forks sind oft das Produkt von ideologischen oder technologischen Streitigkeiten innerhalb der Krypto-Community.


Nach einer Hard Fork sind Nodes, auf denen noch die alte Software läuft, ungültig. Um auf der neuen Version, die durch die Abspaltung entstanden ist, weiterzumachen, müssen alle Nodes den neuen Regeln folgen.


Hard Forks können aus verschiedenen Gründen implementiert werden. Eine der berühmtesten Bitcoin Hard Forks fand statt, als die Entwickler beschlossen, die Größe der Blöcke auf der Bitcoin-Blockchain zu ändern. Die Entwickler dachten, das würde das Mining von Blöcken schneller machen und dabei helfen, die Nutzerbasis zu vergrößern. Das Ergebnis war Bitcoin Cash, eine neue Kryptowährung, die trotz ihres gemeinsamen Erbes nicht mit dem ursprünglichen Bitcoin kompatibel ist.


Aber Hard Forks werden nicht immer aus Uneinigkeit geboren. Manchmal werden ernsthafte Sicherheitsrisiken in alten Versionen der Software gefunden und manchmal entscheiden Entwickler, dass neue Funktionen hinzugefügt werden sollten. Diese Entwicklungen werden oft im Konsens vereinbart und sind nicht immer das Ergebnis einer Spaltung innerhalb der Krypto-Community.


Was sind Soft Forks?


Während Hard Forks als ein Neuanfang angesehen werden können, sind Soft Forks eher eine Art "Patch" auf der bestehenden Blockchain-Software. Soft Forks passieren in der Regel, wenn eine Blockchain aufgerüstet wird. Bei Soft Forks werden alle alten Transaktionen noch als gültig angesehen.


Bei Soft Forks muss die Mehrheit der Miner im Netzwerk ein Upgrade durchführen, um es auf der Blockchain zu implementieren. Die Nodes müssen dabei nicht upgraden, weil die alten Regeln immer noch befolgt und akzeptiert werden.


Die Mainstream-Finanzwelt versucht immer wieder, eine sich verändernde Welt zu zwingen, nach ihren Regeln zu spielen. Aber: Sie scheitert auch immer wieder daran. Kryptowährungen haben die Dynamik einer modernen Welt in ihrer DNA. Kryptowährungen sind agil – und genau diese Anpassungsfähigkeit ist eine ihrer größten Stärken. Addiert man dazu noch ihre Fähigkeit, Diskussionen anzuregen, sich ständig zu aktualisieren und weiterzuentwickeln, um den Anforderungen ihrer Nutzer gerecht zu werden, sieht man schnell: Kryptowährungen lassen traditionelle Finanz-Optionen schnell hinter sich.